Smart Mobility Lab (SML)

  • Beitreiber: Technische Universität Dresden
  • Adresse: Sandwäsche 17; 02977 Hoyerswerda OT Schwarzkollm
  • Nächstgrößere Stadt: Kamenz (24 km), Cottbus (50 km), Dresden (65 km)
  • Entfernung zum nächsten Verkehrslandeplatz / Flughafen: Flugplatz Nardt 5 Kilometer Entfernung, Flugplatz Kamenz 22 Kilometer Entfernung, Flughafen Dresden 55 Kilometer Entfernung

Schwerpunkte, Fokus des Testbetriebs, besondere Fähigkeiten

UAS/VTOL Test- und Validierungszentrum mit spezifischen Laboren sowie In- und Outdoor-Testmöglichkeiten.

Art der Infrastruktur

Multifunktionales Reallabor für automatisierte und vernetzte Mobilität mit großer Flugversuchshalle, Speziallaboren, Leitständen, Werkstätten, Büro-/Konferenzflächen sowie Außentestgelände für Fahr- und Flugversuche.

Umfeld

Ländlich geprägte, schwach besiedelte Braunkohlefolgelandschaft in der Lausitz; grenznah zu Polen; geringe Umgebungsbebauung und gute Eignung für kontrollierte Erprobungsszenarien.

Fokus Testfeld / Anwendungsszenarien

UAS-, UAV- und VTOL-Erprobung in kontrollierten Indoor-/Outdoor-Umgebungen: BVLOS-/ländliche Luftraumintegration, eVTOL-/Vertiport-nahe An- und Abflugverfahren, bodennahe Operationen, C2-/Datenlink-Validierung, Sensorik-, Autonomie-, Safety- und Notfall-/Fallback-Szenarien.

Testgebiet eingezäunter Bereich

Außentestgelände ca. 400 m x 200 m; davon betonierte Air-Taxi-Apron-/Vertiport-Fläche ca. 75 m x 75 m.

Weitere Test- / Fluggebiete

Große Flugversuchshalle mit hochpräzisem Indoor-Tracking, Leitständen, Abfang-/Schutznetzen und Tethering Systemen; Wetter-/Klimaraum mit Windshaper, Beregnung und Nebelerzeugung; EMV-Absorberraum; BVLOS Anbindung in der Lausitz.

  • Flugversuchshalle 100 m x 100 m x 35 m
  • Wetter-/Klimaraum 20 m x 20 m x 10 m
  • EMV-Absorberraum 20 m x 20 m x 8 m
  • BVLOS Gebiet Lausitz ca. 1.100 km².

Mögliche Testszenarien (VLOS/BVLOS)

VLOS

VLOS-Flugversuche in der Flugversuchshalle sowie auf dem Außengelände möglich; je nach Risikoanalyse mit Bodenfessel, Netzen, Schutzbereichen, Beobachtern und Leitstandüberwachung.

BVLOS

BVLOS Testgebiet Lausitz (ca. 1100 km² zwischen Kamenz, Hoyerswerda, Rotenburg Oberlausitz und Görlitz)

Einsehbarkeit für Dritte

Keine öffentliche Einsehbarkeit innerhalb der Flugversuchshalle und der Labore; Außengelände nur teilweise einsehbar. Zugang, Beobachterpositionen und Zuschauerbereiche können versuchsbezogen geregelt werden.

Luftraumstruktur

Standort außerhalb einer Kontrollzone; regulär Luftraum G. BVLOS Testgebiet Lausitz im Aufbau; Nähe zu regionalen Flugplätzen ist in der operativen Planung zu berücksichtigen.

Kein Tower/ATC am Standort. Betriebsabhängige Koordination mit zuständigen Luftfahrtbehörden, DFS/NOTAM-Verfahren und benachbarten Flugplätzen möglich bzw. erforderlich.

Mögliche SORA-Mitigationen

Bodenrisiko: kontrollierte Bodenflächen, Zugangskontrolle, Einzäunung, definierte Sicherheits- und Sperrbereiche, Nutzung der Flugversuchshalle als geschlossene Testumgebung, Fangnetze/Schutzeinrichtungen, Bodenfesseln, Beobachtungsstände und szenarioabhängige Notfall-/Rettungsplanung. SORA-bezogene Mitigationen können szenarioabhängig unterstützt und in die Versuchsvorbereitung integriert werden. Für M1 – Strategic Ground Risk Mitigation liegt ein Konzept zur strategischen Reduktion des Bodenrisikos vor. Dieses umfasst insbesondere die Auswahl und Begrenzung geeigneter Flugflächen, die Nutzung schwach besiedelter bzw. kontrollierter Bereiche, zeitliche Einschränkungen des Betriebs, Zugangskontrolle zum Testgebiet sowie die Reduktion exponierter Personen durch organisatorische Maßnahmen. Für geeignete Szenarien kann zudem das Prinzip des „Sheltering“ berücksichtigt werden, sofern die Betriebsart, das UAS und die Umgebung dies belastbar zulassen. Für M2 – Technical Ground Risk Mitigation sind für ausgewählte Drohnenplattformen zugelassene bzw. qualifizierte Fallschirm-Rettungssysteme verfügbar. Diese können zur Reduktion der Aufprallenergie und damit zur Minderung des Bodenrisikos eingesetzt werden. Die konkrete Anwendbarkeit von M1- und M2-Maßnahmen ist jeweils abhängig vom beantragten Betriebsszenario, der eingesetzten UAS-Konfiguration und der Genehmigungsbewertung.

Welche Infrastruktureinrichtungen sind vorhanden?

Flugversuchsflächen

  • Start-/Landebahnen: Surface-level-Vertiport-/VTOL-Start- und Landefläche auf der Beton-Apronfläche; Auslegung für UAV/VTOL bis D-Wert ca. 14 m, konkrete Markierung/Betriebsfreigabe genehmigungsabhängig.
  • Rollflächen
  • Apron

Gebäude zur Nutzung durch Versuchskampagnen

  • Werkstätten: Unabhängige Werkstätten: Mechanik, Elektro-Mechanik, Elektrik
  • Büros: Einzelbüros und  Co-Working Spaces
  • Besprechungsräume: Diverse Räume unterschiedlicher Größe – inkl. multifunktionaler Hörsaal bis zu 200 Personen
  • Toiletten und Waschräume
  • Große Flugversuchshalle 100 m x 100 m x 35 m, teilbar in 2/3- und 1/3-Hallenbereiche; Wetter-/Klimaraum 20 m x 20 m x 10 m mit Windshaper/Beregnung; EMV-Absorberraum 20 m x 20 m x 8 m; Leitstände/Beobachtungsräume.

Flugversuchsinfrastruktur

  • Telemetrieeinrichtungen: Telemetrie- und Versuchsdaten können über stationäre Leitstände, mobile Bodenstationen und die lokale Netzwerk-/Dateninfrastruktur aufgezeichnet und visualisiert werden; Umfang abhängig vom Messaufbau.
  • Datenlinks: Datenlinks über lokale Netzwerk-/Glasfaser-/Kupfer-Infrastruktur, WLAN sowie 5G-Campusnetz; geeignet für C2-, Telemetrie-, Sensor- und Videodatenströme nach Versuchskonzept.
  • Tracking und Radar: Hochpräzises Indoor-Lokalisierungssystem/Motion Capture zur 3D-Positionsverfolgung und Flugbahnrekonstruktion; Outdoor-Tracking über GNSS/RTK, elektronische Sichtbarkeit mittels ADS-B/FLARM/Drone ID und projektbezogene Sensorik möglich.
  • Geo-Referenzpunkte: Geodätische Referenzierung/Passpunkte für Indoor-/Outdoor-Versuche sowie Vermessung von Testaufbauten über RTK Bodenstation; konkrete Genauigkeit und Referenzsysteme nach Messkonzept festzulegen.
  • Bodenstationen: Stationäre Leitstände/Kontrollräume im Innen- und Außenbereich, Monitoring, Datenaufzeichnung und Versuchsdokumentation; Integration externer GCS nach Abstimmung möglich.
  • Lokaler Wetterservice: Lokale Wetterstation auf dem Versuchsgelände; im Wetter-/Klimaraum zusätzliche Messgrößen wie Windgeschwindigkeit, Turbulenz, Luftdruck, Feuchte und Temperatur nach Versuchsaufbau.
  • Flight Termination System: Keine generische, fest installierte FTS-Infrastruktur als Basisleistung. UAS-eigene FTS-, Geofencing-, Not-Aus- oder Fail-Safe-Funktionen können szenarioabhängig integriert und validiert werden.
  • FPV-Equipment: FPV-/Videolinks und Bildübertragung können szenarioabhängig über Nutzer- oder Projekttechnik in Leitstände eingebunden werden; Frequenznutzung und Aufzeichnung nach Betriebs- und Genehmigungskonzept.
  • Windtunnel/Klimakammern:
    Verfahrbarer 3 × 3 m Windshaper mit 144 individuell ansteuerbaren Ventilatoren zur Erzeugung definierter Strömungsfelder für stationäre und dynamische UAV-/VTOL-Versuche. Der Windshaper ermöglicht Flugbetrieb und Systemtests bei Strömungsgeschwindigkeiten bis ca. 24 m/s im freien Aufbau. Durch Kippmechanismus, Flow Conditioner sowie individuell parametrierbare Ventilatoransteuerung können turbulente, zeitvariable und räumlich variierende Strömungsprofile erzeugt werden, z. B. zur Untersuchung von Böen, Scherströmungen, vertikalen Windanteilen und transienten Anströmzuständen. Ergänzend stehen eine Beregnungsanlage sowie Nebel- und Lichtsimulationen zur Verfügung, um Sensorik, Flugregelung, Navigation und Systemrobustheit unter eingeschränkten Umwelt- und Sichtbedingungen zu validieren.Für rotor- und komponentenbezogene Untersuchungen kann der Windshaper mit einem Vorbau bestehend aus konvergenter Einlaufsektion, Test Section und diffuser Auslaufsektion betrieben werden. In dieser Konfiguration sind Strömungsgeschwindigkeiten bis ca. 40 m/s bei einem Testquerschnitt von etwa 2 × 2 m realisierbar. Für Rotor-, Propeller- und Antriebssystemtests steht ein 6-DOF-Kraft-/Momentenmesssystem zur Verfügung, mit dem Schub-, Kraft- und Momentenwirkungen unter definierten Anströmbedingungen erfasst werden können. Eine Klima- bzw. Höhenkammer ist ergänzend an der TU Dresden am Standort Dresden verfügbar, jedoch nicht Bestandteil der SML-Infrastruktur in Schwarzkollm
  • Simulationsumgebung: Digitale Zwillinge, Missions-/Szenariosimulation, Verkehrs- und Umweltsimulation, Datenanalyse, Sensorfusion sowie leistungsfähige Workstations/IT-Infrastruktur; Kopplung mit realen Versuchsdaten möglich
  • C-UAS Equipment: C-UAS-Testmöglichkeiten vorhanden; Jamming- und Spoofing-Szenarien im abgeschirmten EMV-Absorberraum; Untersuchung von C2-Datenlinks, GNSS-/Navigationsrobustheit, Remote-ID-/Tracking-Komponenten und Failsafe-/Recovery-Funktionen; Detektions-, Verfolgungs- und Abfangszenarien in der großen Flugversuchshalle; Nutzung simulierter oder realer Zielobjekte; variable Kulissen, aufblasbare/virtuelle Hindernisse und präzises Indoor-Tracking zur reproduzierbaren Versuchsdurchführung; konkrete Ausgestaltung versuchsabhängig.
  • Einrichtungen für Nachtbetrieb
  • Mobilfunk: WLAN und lokale Hochleistungsnetze; 5G-Konnektivität für Indoor-/Outdoor-Versuche im Aufbau bzw. projektspezifisch nutzbar.
  • Strom/Lademöglichkeiten: Stromversorgung für Versuchstechnik, Ladeinfrastruktur und Bodentanks/Versuchspunkte; Schuko-/CEE-Anschlüsse sowie leistungsstärkere Verbraucher nach technischer Freigabe und Brandschutzkonzept; erhöhte elektrische Anschlussleistung im Bereich Vertiport/Vorfeld für größere UAV-/VTOL-Systeme, Ladeinfrastruktur und energieintensive Versuchstechnik 
  • Feuerwehr: Keine ständig vor Ort stationierte Werkfeuerwehr; Freiwillige Feuerwehr im Ortsteil Schwarzkollm sowie standortspezifisches Brandschutz- und Notfallkonzept.

Fahrzeuge

  • Nutzung für Versuchskampagnen: EMV-Absorberraum für EMV-, HIRF-, C2-, Jamming-/Spoofing- und Kommunikationsresilienztests; Versuchshindernisse, aufblasbare/virtuelle Hindernisse, Bodentanks und Schutzinfrastruktur je nach Laborbereich.

Energie- / Wasserversorgung

  • Strom
  • Kraftstoff (AVGAS, JetA1, SuperPlus Aviation): Keine feste Bereitstellung von AVGAS, Jet-A1 oder Benzin als Standortleistung. Wasserstoffinfrastruktur mit Speichertanks und Elektrolyseur am Standort verfügbar; die Nutzung für Versuchskampagnen ist einzelfallbezogen hinsichtlich Verfügbarkeit, Schnittstellen, Sicherheitskonzept, Genehmigungslage und Betriebskonzept zu prüfen. Energie- und Kraftstoffbedarfe sind daher versuchsbezogen frühzeitig abzustimmen.
  • Wasserversorgung
  • Batterie-, Lade- und Energiespeicherprozesse nur nach Brandschutz- und Sicherheitsfreigabe; Batterieraum für definierte Lager-, Lade- und Handlingprozesse vorhanden; Nutzung externer Sicherheits- bzw. Batteriecontainer für größere Batteriesysteme oder erhöhte Brandlasten grundsätzlich möglich bzw. einzelfallbezogen vorzusehen; besondere Gefahrstoffe und Hochvoltsysteme separat abzustimmen.

Sicherheitsinfrastruktur

  • Wachschutz
  • Schutzeinrichtungen: Fangnetze, Schutzbereiche, Beobachtungsräume/-stände, mobile Barrieren, Container/Leitplanken sowie versuchsbezogene Trennung von Personal-, Zuschauer- und Betriebsbereichen.
  • Individuelle Schutzmechanismen je nach Bedarf des Versuchsraums/Labors z.B. Fangnetze, Leitplanken, Beobachtungsräume, /-stände, -container

Rahmenbedingungen

  • lokaler Einzelhandel (1 Kilometer Entfernung)
  • Catering über lokale Anbieter möglich
  • Übernachtungsmöglichkeiten: Im direkten bzw. nahem Umfeld (Schwarzkollm, Hoyerswerda, Lausitzer Seenlandschaft, u.s.w.)
  • Regionalbahn (1 km), ÖPNV (Bus), Autobahn A13 (ca. 25 km), Autobahn A4 (ca. 40 km), Bundesstraße B96 (direkt angebunden), Parkplätze am Objekt
  • Büro-, Co-Working-, Besprechungs- und Veranstaltungsflächen ermöglichen die Durchführung mehrtägiger Versuchskampagnen einschließlich Briefings, Schulungen, Workshops und Ergebnisbesprechungen.

Betrieb

Primäre Betriebszeiten

Regelbetrieb nach Buchung und Ressourcenplanung, grundsätzlich werktags während der üblichen Dienstzeiten. Versuche außerhalb der Kernzeiten, Wochenend- und Nachtbetrieb sind bei entsprechender Betriebs-, Sicherheits- und Personalplanung projektspezifisch möglich. 

Primäre Nutzung des Geländes

Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung in den Bereichen automatisiertes und vernetztes Fahren, automatisiertes Fliegen und autonome Systeme, automatisierte Landwirtschaft sowie Rekultivierungsrobotik. Für UAS: Erprobung von Fluggeräten, Sensorik, C2-/Datenlinks, Autonomie, Safety-, Resilienz-, Vertiport- und U-Space-nahen Betriebskonzepten.

Typische andere Nutzer

Wissenschaftliche Einrichtungen, Verbundprojekte, UAS-/UAM- und Komponentenhersteller, Sensorik-/Kommunikationsanbieter, Software- und Autonomieanbieter, Betreiber, Behörden/BOS, Zertifizierungs- und Testpartner sowie Industriepartner aus Mobilität, Logistik, Energie, Landwirtschaft und Rekultivierung.

Möglichkeiten des Parallelbetriebs

Ja, abhängig von Versuchstyp, Risikoklasse, räumlicher Trennung, Personalbedarf und gegenseitiger Beeinflussung. Die Hallenteilung, getrennte Labore und Außenflächen erlauben grundsätzlich parallele Kampagnen.

Möglichkeit der Exklusivnutzung

Ja, insbesondere für sicherheitskritische, vertrauliche, EMV-sensitive oder großflächige Versuche nach Verfügbarkeit und Buchung.

Wachschutz

ja

Bewachung während der Schließzeiten

ja

Ansprechpartner

Prof. Dr.- Ing. habil. Hartmut Fricke |
Dipl.- Ing. Kati Ahnert

kati.ahnert@tu-dresden.de 

Tel: +49 351 463-39446

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